Ziele SMART definieren: Smarte Zielformulierung bringt den Erfolg.

Je nach Studie liegt die unklare Zielsetzung an Platz 1 oder 2 der Gründe für ein gescheitertes Projekt oder Vorhaben. Das ist ein guter Grund, sich beim Zielsetzung formulieren etwas mehr Zeit zu nehmen: Ziele SMART definieren.

Hierbei übrigens auch enorm wichtig: Immer schriftlich Deine Zielsetzung formulieren. Das fand Prof. Jordan Peterson von der Uni Toronto in einem Versuch mit 700 Studenten heraus (Paper). Damit bestätigt er die Aussage der viel zitierten Harvard-Studie, deren Existenz zwar immer wieder angezweifelt wird, die sich aber dennoch hartnäckig im Netz hält. Nach dieser haben die 3% der Studenten, die ihre Ziele schriftlich fixierten, später das 10fache ihrer ehemaligen Komolitonen verdient. Doch auch die deutlichen Unterschiede der Studienabschlüsse von Peterson’s Probanten belegen deutlich, das eine klar und schriftlich formulierte Zielsetzung viel Wert ist.

Doch zurück zum Thema: Ziele SMART definieren.

Wie also Ziele SMART definieren?

Die 5 Buchstaben des Akronyms SMART stehen jeweils für eine Eigenschaft, die ein SMARTes Ziel haben sollte. Allerdings berichten unterschiedliche Quellen von unterschiedlichen Bedeutungen. (siehe Wikipedia)

Wie Du vielleicht merken wirst, ist „Messbar“ in diesem Video noch etwas ungünstig beschrieben. Doch das kannst Du hier nachlesen.

Das „S“ in SMART: Spezifisch

Das Ziel muss so genau formuliert sein, dass ein unbeteiligter Dritter eindeutig erkennen könnte, was gemeint ist und auch, ob es erreicht ist. Hierbei darfst Du ruhig den „Kümmelspalter“ raushängen. Denn je exakter Dein Ziel formuliert ist, desto mehr Eventualitäten hast Du auch mit bedacht und desto klarer ist die Vorstellung in Deinem Kopf. Was wiederum dazu führt, dass die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung sich erhöht.

Um die positive Zielepsychologie noch mit ins Feld zu führen: Wenn Du SMART Ziele formulierst sollten sie immer in der Gegenwart formuliert sein, als hättest Du das SMARTe Ziel gerade erreicht. Es sollte positiv formuliert sein (also keine Verneinung wie „nicht mehr so Faul sein“) und in aktiver Form mit Dir als Akteur (also „Ich bin…“, oder „Ich habe … erreicht“).

Mein persönlicher „Flavour“ ist es, hier noch mein treibendes „Warum“ mit einzuflechten. Also Warum ich dieses Ziel erreichen möchte (oder erreicht haben werde).

Das „M“ in SMART: Messbar

Messbar bezieht sich auf die Nachverfolgbarkeit des Erfolges bereits während des Prozesses der Zielverfolgung. Mit anderen Worten: Wenn ich in einem Jahr 12kg abnehmen möchte und ich habe nach 6 Monaten erst 2kg geschafft, kann ich sehr deutlich erkennen, dass mein Ziel in Gefahr ist.

Bei komplexeren Zielen empfiehlt es sich, hier Zwischenziele (auch Meilensteine genannt) zu erstellen. Bei diesen sollte man sinnvollerweise ebenfalls wieder nach den „SMART Ziele Regeln“ vorgehen.

Der Ziel-Korridor

Es gibt einen Ziel-Korridor-Effekt. Dieser bewirkt, dass Menschen, die sich bewusst sind, dass sie gerade in absehbarer Entfernung zu ihrem Ziel sind, plötzlich mehr Energie und Motivation aufbringen, als Menschen, denen dies nicht bewusst ist.

Das kannst Du Dir zu Nutze machen. Denn diesen Ziel-Korridor kannst Du verlängern. Wenn Du Deine Milestones geschickt legst, kannst Du vom Projektstart bis zu Deinem finalen Ziel in einem motivierenden Ziel-Korridor laufen!

Das „A“ in SMART: Aktionsbezogen (Manchmal auch Attraktiv oder Akzeptiert)

Hier wird es ein wenig schwieriger: Um SMART Ziele zu verfolgen, muss Dein SMARTes Ziel durch Deine eigenen Aktionen erreichbar sein. Denn Ziele, die Fremdeinwirkung benötigen, liegen nicht in Deiner Kontrolle. (Du kannst z.B. nur begrenzt beeinflussen, ob Du im Lotto gewinnst oder die Beförderung bekommst.) Daher sind solche Ziele suboptimal. Wir nennen das auch Wünsche 😉

Deine SMARTen Ziele sollten natürlich für Dich (und ggf. das Team) Attraktiv sein und von jedem als Ziel akzeptiert werden. Auch hier ist die spezifische Formulierung wertvoll. Sie vermeidet Missverständnisse, die im Verlaufe des Projekts zu größeren Problemen führen könnten und immer mehr Zeit kosten, als die eindeutige Formulierung zu Projektbeginn.

Daher: Etabliere es als Gewohnheit, bei der Zielformulierung besonders akribisch vor zu gehen. SMART Ziele formulieren zahlt sich auf lange Sicht vielfach aus.

Das „R“ in SMART: Realistisch

Sich Ziele zu setzen wie „Ich bin 2020 der erste Mann auf dem Saturn“ mag zwar cool sein. Doch als Mitt-Vierziger mit Sehschwäche, wäre es schon extrem unwahrscheinlich, je durch eine Astronautenausbildung zu kommen. Die Ziele sollten nicht zu trivial sein, doch auch nicht zu abgehoben. Hier kannst nur Du selbst den für Dich richtigen Weg finden. Da man hier leicht in die Falle tappen kann und sich mit der Zielgröße verkalkulieren, noch ein paar Worte zu den Dimensionen beim Zielsetzung formulieren:

SMART Ziele formuliert – aber das Ziel ist zu groß

Große Ziele sind wundervoll! Sie sind wie ein Leitstern am Firmament. Und auch wenn mal die Wogen des Projektchaos über uns zusammenbrechen, sind sie stets sichtbar und weisen uns den Weg. ABER: Sie kommen – gleich einem Stern – auch nicht erkennbar näher. Das demotiviert recht schnell und führt bei zu groß gesetzten Zielen (Weltherrschaft etc.) sehr schnell zu Demotivation und damit zu einem harten Weg, der nur mit viel Selbstdisziplin noch zu gehen ist – oder zur vollständigen Aufgabe des Ziels. Das Gute: Solltest Du Dir ein zu großes Ziel gesetzt haben, kannst Du es in motivierende, kleinere Teilziele herunter brechen und so Deine Motivation erhalten.

SMART Ziele formuliert – aber das Ziel ist zu klein

Solltest Du merken, dass Du ein Ziel formuliert hast, dass Du im Alltag schnell aus den Augen verlierst, weil es so klein ist, dann darfst Du Dir die Frage stellen, zu welchem größeren Ziel es gehört. Selbst die kleinsten Ziele (wie: „Jeden Tag den Biomüll mit runter nehmen“) lassen sich einer größeren Mission zuordnen. (In diesem Fall bspw.: „Meine Wohnung ist ein Wohlfühlort.“) Wenn Du für Deine kleinen Ziele, diese größeren Zusammenhänge findest, erhältst Du auch hier Deinen Leitstern.

Das „T“ in SMART: Terminiert

Das Ziel hat ein Datum. Also eine klare Deadline, zu der es erreicht sein soll. Hierbei darfst Du ruhig kleinlich sein und Dich auf ein konkretes Datum festlegen. Die Wirkung von einer Terminierung Deines SMARTen Ziels auf den 31. Dez 2018 ist deutlich stärker, als „Ende des Jahres“.

Ziele SMART definieren in Beispielen

  • Spezifisch:
    • Ungünstig: Ich möchte nicht mehr so fett sein.
    • Besser: Ich gehe 3 mal die Woche im Park für 1 Stunde Joggen.
  • Messbar:
    • Ungünstig: Ende des Jahres habe ich mein Wohlfühlgewicht erreicht.
    • Besser: am 31.Dez 2018 wiege ich 79kg. Das bedeutet, dass ich von heute an jeden Monat 1kg abnehme.
  • Aktionsbezogen:
    • Ungünstig: Bis Ende des Jahres bin ich Abteilungsleiter.
    • Besser: (Datum von Morgen) mache ich mit meinem Chef einen Termin aus, an dem wir besprechen, wie ich mich zum Abteilungsleiter entwickeln kann.
  • Realistisch:
    • Ungünstig: Ich bin zwar noch nie länger als 10min Joggen gegangen, aber in 2 Monaten laufe ich beim XY-Marathon mit.
    • Besser: Ich laufe bereits 3 mal die Woche 10km sehr locker. In 6 Monaten finishe ich den XY-Marathon.
  • Terminiert
    • Ungünstig: Bei nächster Gelegenheit putze ich die Wohnung
    • Besser: (Datum, Uhrzeit) Putze ich 1Stunde lang die Wohnung.

Klar soweit?

Logo.

Willst Du Deine Ziele SMART definieren, könnte es also so klingen:

„Am 31.Dez 2018 wiege ich wieder 79kg. Das bedeutet, dass ich jeden Monat ein Kg annehme. Um das zu erreichen, gehe ich mit meiner Frau (und notfalls ohne sie) 3 mal die Woche 10km Joggen und trinke ab heute nur noch zuckerfreie Getränke.“

Dir ist es vielleicht aufgefallen: Bei „Zuckerfrei“ habe ich etwas gemogelt. Ähnliche wie beim Rauchen ist es schwierig hierfür einen positiven Begriff zu finden. Frischluftatmer? Getränke mit Echtgeschmack trinken???

Doch das Prinzip ist hoffentlich klar geworden.

Ich mache das ja nur für mich, da muss ich nicht so kleinlich sein

Stimmt. Wenn Du Dir den Erfolg nicht wert bist, ist das ein guter Weg, Dich weiterhin im sicheren Bereich zu bewegen. Du brauchst nicht Deine Ziele SMART definieren. Mit anderen Worten: Du brauchst Dich nicht verändern und Deine Komfortzone verlassen und die großen Ziele erreichen.

Die Zielformulierung ist kein Selbstzweck. Es geht hier nicht darum, die Definitionen irgend eines verstaubten Projektmanagement-Heinis zu erfüllen, weil das eben so gemacht wird. Es geht hier viel mehr um den Prozess, der durch die ernsthafte und schriftliche Beschäftigung mit Deinem Ziel, in Dir in Gang kommt.

Du nordest Dich auf Dein Ziel ein.

Das ist Arbeit. Es ist anstrengend. Es ist manchmal umständlich. Und es verlangt von Dir, Deine bisherigen Gewohnheiten möglicherweise zu verändern.

Was bringt mir Ziele SMART definieren jetzt?

Kurz gesagt: Erfolg.

Ziele SMART definieren bringt Dir mehrere Vorzüge:

  • Mehr Einigkeit im Team durch klare Verständigung auf ein Ziel – ohne Missverständnisse.
  • Frühzeitiges Erkennen von Verschiebungen auf Grund der Messbarkeit. Daher Möglichkeiten zur Korrektur.
  • höhere Motivation durch leicht erkennbare Fortschritte und häufigeren Eintritt in den Ziel-Korridor
  • Utilisation unseres Unterbewussten durch „Tun als ob“-Formulierung
  • Volle Selbstverantwortung durch aktive Zielformulierung. Daher: Keine Ausreden möglich, doch auch der ganze Erfolg liegt in Deiner Hand.

Egal ob im Team oder für Dich alleine. SMART Ziele formulieren ist ein enorm hilfreicher Baustein auf dem Weg zu Deinem Ziel.

Falls Du Dich für weitere Techniken interessierst, mit denen Du Deine Ziele leichter erreichen kannst, empfehle ich Dir diese 12 Tipps um Deine Ziele zu erreichen.

5/5 (1 Review)

Holger Theymann

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