“Was willst Du?”

“Du erzählst hier vollmundig von Zielen – und dann? Dann bekommst Du Deinen faulen Arsch nicht in Bewegung. Aber klar. Du hast natürlich wieder jede Menge ganz tolle Gründe, wieso Du Deinem Ziel gerade wieder keinen Schritt näher kommen konntest.”

“Ja” denke ich, “Vielleicht ist es das: Es geht uns zu gut.”

Ich sitze unter einem Apfelbaum, umgeben von summenden Insekten, die sich glücklich über die heruntergefallenen Äpfel her machen. Ich kaue an einem Grashalm genieße die Spätsommersonne und lausche meinen inneren Stimmen bei der Diskussion, wieso viele Menschen (Anwesende und Leser natürlich ausgeschlossen… doch wer weiß: vielleicht kennst Du ja auch so Jemanden) solche Schwierigkeiten haben, ihre Ziele zu erreichen.

“Menschen verändern sich aus 2 Gründen.” rezitiert eine Stimme in meinem Kopf während ich aufstehe und mich auf den Heimweg mache. “Nämlich:

  • Hoffnung auf die Zukunft
  • Schmerz in der Gegenwart

Wenn Du ein Ziel verfolgst, das Beides vereint, dann steigt die Zielmotivation ins Unermessliche.”

Ich nicke und weiche geschickt einem herunterfallenden Apfel aus.
Puh… knapp.
Dann erst merke ich, dass ich dabei in einen ziemlich weichen Apfel getreten bin. “Sch…” brumme ich, schüttle die Apfel-Gammel-Reste von meinem Fuß ab.

“Doch was tun, wenn nun die Gegenwart gar nicht so übel ist? Wenn das Leben lebenswert ist, Gesundheit, Sicherheit, Ernährung… alles im grünen Bereich. Wie bringst Du Dich dann noch in Bewegung?

Ja sogar noch schlimmer: Wenn Du gelernt hast, das ‘Hier und Jetzt’ zu lieben, geerdet und mit Dir selbst im Reinen bist und Dich sogar über Kleinigkeiten freuen kannst.

Woher soll jetzt der Schmerz für die Zielmotivation kommen?”

Ich verharre in meinem Weg über die Wiese.

“Stimmt es? Sind Zufriedenheit und Erdung der natürlich Feind des Ziele-Coachs? Ist es unser Job, gegen Buddhismus und Meditationszentren anzukämpfen, damit die Menschen nicht vergessen, mit Ihrem Leben angemessen unzufrieden zu sein?”

“Nein. Ich glaube nicht. Das übernimmt ja schon die Gesellschaft.”

“Aber was, wenn sich der Trend zur Spiritualität fortsetzt? War meine Entscheidung, als Ziele-Coach Menschen zu begleiten, damit sie ihre Ziele leichter erreichen, wirklich so gut?”

Ich schüttle kurz den Kopf. Was für Gedanken. Und das an so einem schönen, sonnigen Tag. Ich möchte Menschen nicht nur zu ihren Zielen begleiten. Sie sollen dabei auch glücklich sein.

“Die Frage ist doch: Wenn Du ein Ziel erreichen möchtest. Dein Leben im ‘Hier und Jetzt’ Dich aber schon zufrieden stellt. Wieso solltest Du dann den Preis für Dein Ziel zahlen wollen? Willst Du wie ein Getriebener von Ziel zu Ziel hetzen?”

“Wohl eher nicht – doch heißt das jetzt: Niemand soll sich mehr Ziele setzen und statt dessen alle in permanenter und unveränderlicher Stasis verharren?”

“Nein. Ziele sind toll! Ich bin doch nicht Ziele-Coach geworden um Menschen von Zielen abzuraten!

Es geht mir um den sensiblen Umgang mit Zielen. Sind es DEINE Ziele? Sind sie Dir den Preis wert, den sie einfordern?

Gibt es etwas inspirierenderes als einen Menschen, der voller Begeisterung seine Lebensaufgabe lebt. Dem jeder Schritt auf seinem Weg Freude macht. Es ist dann kein Job mehr oder Tasks die zu erledigen sind. Es sind Freude und Bestimmung.

Da kann der Preis des Zieles plötzlich verschwindend gering werden. Der Gewinn dagegen unbeschreiblich hoch.”

Ja, denke ich mir. Das ist es, was ich bei zieltraum mache: Nicht weitere Ziel-Sklaven erschaffen, sondern Menschen helfen, ihre Bestimmung zu finden. Ihr Lebensziel zu finden und zu verwirklichen.

Wer auch immer Sein Lebensziel finden und leben will, darf sich bei mir melden. Das ist meine Mission.

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