Es führen mehrere Wege zur Selbsterkenntnis, wer du wirklich bist, was dich aus macht. Und sie sind so unterschiedlich, wie sie nur sein können.

Da jeder Mensch andere Stärken und Bedürfnisse hat, werden im Folgenden drei sehr unterschiedliche Wege zur Selbsterkenntnis beleuchtet. Möglicherweise ist jeder für sich ein “kleines bisschen” extrem. Vielleicht aber ist einer davon auch für dich genau richtig.

Der Weg des Einsiedlers

Eines der häufigsten Probleme beim Versuch, das Leben deiner Träume zu leben, ist der Einfluss des Umfelds.

Die Gesellschaft hat eine Erwartung dir gegenüber. Deine Freunde, Kollegen und Familie kennen dich auf eine Art, die sie gewissen Verhaltensweisen erwarten lässt.

Es gibt sozusagen eine Formvorlage unseres Charakters. Unsere Rolle passt in die Erwartungen unseres Umfelds wie ein Puzzlestück

3 Wege zur Selbsterkenntnis – Unsere Rolle passt in die Erwartungen unseres Umfelds wie ein Puzzlestück
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Eine Rolle, bestehend aus den Erwartungen und Erfahrungen unseres Umfelds. Es ist die Rolle, die wir täglich spielen. Die Maske die wir tragen, auch wenn wir eigentlich innerlich bereits weiter gegangen sind und uns entwickelt haben. Doch wir können es nicht ausleben. Der Maskensog hält uns in der alten Form. Die Erwartungen unseres Umfelds an unsere Identität fesselt uns.

Doch was, wenn wir die Fesseln sprengen und ausbrechen

Die meisten Menschen, reagieren sie mäßig aufgeschlossen, wenn sich plötzlich ein Element ihrere Welt beginnt zu verändern. “Du kannst doch nicht einfach…” “Du meinst doch nicht, dass das etwas verändert…” sind typische Satzelemente, die du plötzlich zu hören bekommst. Und du findest dich schnell in einer Disskussion, in der du deine gewählte Veränderung rechtfertigen darfst. Rechtfertigen, vor Menschen, von denen du vielleicht eher Unterstützung erhofft hattest

Du kannst dich statt dessen nach Innen besinnen. Den Einfluss deiner Mitmenschen reduzieren und dich mehr darauf konzentrieren, was du wirklich selber willst.

3 Wege zur Selbsterkenntnis – Der Weg des Einsiedlers
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Katherine Moran

Und auch mag sich der Rückzug zwar lohnen, um sich in der Ruhe Klarheit zu verschaffen, über die eigenen Bedürfnisse. Doch das Traumleben der Meisten von uns beinhaltet vermutlich ein Leben außerhalb der Höhle.

Insb. sind die Höhlen im deutschen Voralpenland als Wohnort für den Durchschnittseuropäer leider nur mäßig empfehlenswert und auch rechtlich problematisch.

Was zumindest bedeutet: Das ist keine Dauerlösung.

Du wirst also die Stärke brauchen, deinen Traum auch gegen den Gegenwind deines Umfelds durchzusetzen.

Der Weg des Egoisten

Es ist doch wahr: wir sagen dauernd “Ja” zu Dingen, die wir gar nicht wollen. Weil wir niemanden verletzen wollen, weil wir höflich sein wollen, weil wir gemocht werden wollen.

Und doch ist jedes diplomatische “Ja” eine Lüge, wenn wir eigentlich “Nein” meinten.

Witzigerweise hilft uns unser System dann gerne. Wir vergessen den Termin der Party, auf die wir nur aus Höflichkeit gehen würden in den Kalender einzutragen, verknacksen uns den Knöchel, kurz vorm Umzug dieses entfernten Bekannten, bei dem wir nur zugesagt haben, weil es zu dieser unangenehmen Stille gekommen ist…

Ärgerlich daran ist nur: Weder wir selbst, noch unser Umfeld findet das auf Dauer toll.

Ehrlicher wäre es da doch, einfach gleich ehrlich zu sein: “Nein, ich mag nicht auf Deine Party kommen.” – “Ob ich einen Termin habe? Nein. Ich habe einfach keine Lust.”

Dieser der Wege der Selbsterkenntnis führt durch die Wahrheit. Kalt, klar, direkt.

3 Wege zur Selbsterkenntnis – Der Weg des Egoisten
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Sicherlich gibt es auch freundlichere Varianten. Und doch ist es mal eine spannende Übung für viele Menschen, einfach mal ehrlich zu sein und zu seich selbst zu stehen.

Der Nachteil: Man wird leicht als Egoist wahr genommen, denn es kann nicht jeder damit umgehen, nicht freundlich belogen zu werden, sondern die ungeschminkte Wahrheit zu hören.

Der Vorteil: Die Menschen die bleiben, gewöhnen sich irgendwann daran, dass sie sich auf das verlassen können, was du sagst. Auch im Guten. Und dein System wird dich darin unterstützen. Du wirst merken, dass Du plötzlich deutlich weniger Schusselig und vergesslich sein wirst.

Und: Du wirst nicht nur deine Freunde besser erkennen, sondern auch dich selbst auf diesem Weg deutlich besser kennen lernen.

Der Weg der Kommunikation

Nicht für Jedermann bieten sich die beiden genannten Wege zur Selbsterkenntnis an. Als Eremit ist man doch recht allein und als stets die Wahrheit sprechender Egoist braucht man ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und muss Trennungen von Menschen akzeptieren, die mit zu viel Wahrheit nicht umgehen können.

Doch was wäre, wenn du einfach mit Menschen reden könntest, um zu erfahren, wer du bist? Um dich selbst besser zu verstehen?

Der Weg der Kommunikation - Wege der Selbsterkenntnis
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Es kann so einfach sein…

Frag doch einfach mal dein Umfeld. Deine Freunde, deine Eltern, vielleicht sogar deine Kollegen, welches Bild sie von dir haben. Was sind deine Stärken und Schwächen? Wenn du ein Superheld wärst, wer wärst du? Was ist an dir besonders? Besonders liebeneswert? Was ist evtl unangenehm?Du wirst dich wundern, welche Erkenntnisse du über dich in solchen Gesprächen gewinnen kannst und wie viel du bei der Gelegentheit über dich lernen kannst.

Denn wenn einer deiner Kontakte ein Bild von dir hat, ist das eines. Doch wenn sich eigenschaften davon durch viele Beschreibungen von nahestehenden Menschen ziehen, dann garfst du vielleicht darüber nachdenken.

So unterschiedlich die Wege zur Selbsterkenntnis auch sind, so führen sie doch alle zu einem: Näher zu deinem wahren Ich.

Egal ob Einsamkeit, Ehrlichkeit oder Kommunikation. Du kannst auf jedem dieser Wege mehr über dich selbst erfahren. Und mehr Bewusstsein über dich selbst führt zu mehr Verständnis, was dich wirklich motiviert und wie du deine Ziele leichter erreichst.

Was habe ich mich beeilt heute recht früh aus dem Büro zu kommen! Schnell nach Hause gehetzt und nun….spüre ich, dass ich mich eine halbe Stunde auf die Couch legen werde. 

DABEI MUSS ICH DOCH NOCH DIESEN BEITRAG FERTIG MACHEN!

Aber so ist es …Mein Körper, meine Seele möchten ausruhen. Ja, und da gibt es diesen Anteil, diese Instanz in mir. Die, die WEISS wo und wie es am besten fließt: mein Leben. Und diese Stimme ist mittlerweile ziemlich laut und deutlich.

In diesem Beitrag möchte ich zeigen, was ich unter innerer Führung verstehe und warum es so wichtig ist sich mit ihr anzufreunden und zu beschäftigen. Wichtig für uns alle.

Und ganz besonders für all die Menschen, die Ziele – vielleicht sogar große Ziele! – verfolgen in ihrem Leben. Ihnen kann sie Navi und Lehrer sein, genauso wie Antrieb in schwachen Momenten und Sie hilft ganz wunderbar dabei die Kräfte sinn- und maßvoll einzusetzen. 

Nur weniges ist wertvoller für einen erfolgreichen Weg z.B. in die Selbständigkeit, wie die eigene innere Führung kennenzulernen, zu erfahren und ihr ganz und gar vertrauen zu lernen. 

BewusstSEIN und kraftvollTUN mit innerer Führung 1

Über innere Führung, innere Stimme überhaupt nachzudenken, setzt die Annahme eines Anteils in uns voraus, der über tieferes Wissen und Weisheit verfügt, als unser „normaler“ Alltagsverstand. 

Manche nennen das: Seele. Oder „Höheres Selbst“. Ich nenne es Herzensstimme, denn ich bin eine „Fühlerin“. Ich fühle mittlerweile unmittelbar, was meine Herzensstimme mir sagt. Nur in ganz besonderen Momenten – z.B. in unmittelbarer Gefahr – höre ich wirklich Worte in den Ohren auch.

Welches auch immer Dein bevorzugter Kanal für die innere Wahrnehmung ist: es gibt sie, Deine innere Führung und Du kannst lernen sie wahrzunehmen.

Wenn Du dann die ersten Schritte auf diesem Weg gegangen bist, stellst Du ganz schnell fest: Deine Führung hat zwei Geschwister im Gefolge, die Du auch kennenlernst wirst, wenn Du Dich Deiner inneren Führung öffnest. Diese beiden heißen MACHT und (Selbst)VERANTWORTUNG.

Diese DREI sind unzertrennlich und Du tust gut daran, sie gleichwert(ig) zu schätzen und ihre geschwisterliche Verbindung (an)zuerkennen. 

BewusstSEIN und kraftvollTUN mit innerer Führung 3

Und…ich sach ma…diese Drei in Dir gut zu kennen, zu lieben und bewusst zu händeln, macht Dich super stark und ausgeglichen zugleich!

Denn wenn Du Deiner inneren Führung folgst, ermächtigst Du Dich selbst. Du ermächtigst Dich, die Führung und die Macht über Dein eigenes Leben und Sein auszuüben. Und schon lauerte die dritte im Bunde: zu verantwortest auch zu 100% Deinen Weg. Keine Macht der äußeren Welt kann das für Dich tun. Kein Mensch außerhalb von Dir kann Deinen Weg für Dich gehen. Auch wenn die ersten Meter wackelig und voller Unsicherheiten sein mögen…Du wirst schnell immer sicherer und…selbstvertrauter. Du wirst Dir Deiner Selbst bewusster werden.

Und Du kannst ganz bald Deine Energie und Kraft besser einteilen und im genau richtigen Moment auch einsetzen. So erreichst Du leicht und ohne Anstrengung viel mehr. Erreichst Deine Ziele.

Deine Ziele erreichst Du dann ganz leicht und freudig, wenn Du Dich Deiner inneren Führung/ Deiner inneren Stimme anvertraust. Deinem Navi für Deinen Weg. 

Du kannst Dich natürlich auch entscheiden – entgegen der Empfehlung Deines Navis – sämtliche Nebenstraßen abzufahren und auch nochmal eine Weile in einer ganz anderen Richtung Deinen Weg zu suchen. Wahrscheinlich kommst Du irgendwann so auch ans Ziel, aber wahrscheinlich viel später und Du musst dich viel mehr verausgaben dabei.   

Ich musste mir vorhin einen kleinen Schupps geben… Ich war so sicher, dass ich unbedingt und sofort weiterarbeiten MÜSSTE an diesem Beitrag, weil ich sonst niemals fertig werden würde. 

Zum Glück aber habe ich diesen bloßen Gedanken überwunden, bin meiner inneren Führung gefolgt und habe letztendlich 20 Minuten geschlafen. Bin dann ohne Wecker aufgewacht und nun so frisch, wie ich selbst heute Morgen nicht war. Ich habe das Notebook aufgeklappt und ein leeres Dokument aufgerufen. Dann habe ich einfach drauflos geschrieben. Und: es floss. Und ich wusste: alle anderen Worte, Seiten und Teile, die ich schon in den Tagen zuvor geschrieben hatte, waren nur Übungen für DIESEN Moment gewesen. 

Diesen Moment, in dem ich Dir von innerer Führung, Deiner Herzensstimme und dem Segen, den sie für Dich bereit hält, erzählen wollte.

Von Herzen alle Liebe für Dich!

AYNA

Ich will eine Pause! Keine 5 min, nein: Eine Richtige! So mit “Kopf endlich mal wieder richtig frei kriegen” und endlich mal nicht das Gefühl haben, gejagt zu werden von meinen 134.658 Aufgaben.

Ich kann nicht mehr! Jeden Tag gegen den Social-Media-Strom anschwimmen. Posten, posten, kommentieren… alles um nicht vergessen zu werden. Um vielleicht doch eine Marke aufbauen zu können, vielleicht doch als Coach erfolgreich zu werden.

Was war?

Vergessen.

Schnell eine Tasse Kaffee – Dann geht es weiter…

Pause machen vorm Laptop mit einer Tasse Kaffee – Ich will eine Pause
Alessandro Bianchi

Willkommen in meinem Kopf

Werbung schalten, den Kongress bewerben, Herzblut hinein stecken, über den eigenen Schatten springen. Und etwas geschockt die Auswertung sehen: 8,53 € pro Klick? Wahnsinn. Dann lieber wieder abschalten.

Die Beobachtung:
Jeder 100. Besucher der Webseite bucht den Kongress.
Jeder 10. Besucher eines Kongresses bucht das Premium-Programm.

Die Rechnung:
8,53 x 100 x 10 = 8.530 € pro Teilnehmer in einem Programm für 360 € im Jahr.

Nicht nur, dass ich ein Werbe-Budget von 853.000 € bräuchte, um die 100 Teilnehmer in mein Programm zu bekommen, die finanziell dafür sorgen würden, dass ich mich voll um diese Gruppe kümmern könnte…
Bis der ROI (return of investment) erreicht wäre, müsste jeder Teilnehmer 23,7 Jahre zahlendes Mitglied bleiben. Und das nur um das Werbebudget auszugleichen. Gelebt hätte ich in diesen 23,7 Jahren dann von Luft und Liebe.

Kurz: Irgendwas passt da noch nicht.

Wie haben das Andere geschafft? Ist die Zeit des sichtbar Werdens über Facebook vorbei? Müssen neue Strategien her? Oder ist meine Werbung einfach zu schlecht?

Orientierung

Zugegeben: Ich sollte vielleicht meinen eigenen Ratschlag befolgen und manche Dinge von Experten erledigen lassen. GERADE weil Geld und Zeit knapp sind.

Oder will ich noch 5 Jahre auf Minimum vor mich hin vegetieren?

Gerade stelle ich fest, wie mich das Schreiben vom ursprünglichen Titel entfernt hat: Ich will eine Pause.

Doch, wenn man darüber nachdenkt: So weit fort haben mich meine Gedanken gar nicht getrieben.

Will ich wirklich eine Pause?

Ja! Will ich! Ich will die Füße hoch legen und endlich meine Ruhe haben. Doch wovon?

Ich will eine Pause. Wirklich!

Ich will eine Pause davon, teuer Werbung zu schalten, die dann nicht konvertiert!

Ich will eine Pause von Kooperationen, bei denen ich nur drauf zahle.

Ich will eine Pause vom Schreiben auf Facebook. Ich treffe ja offensichtlich nicht den Nerv der Zeit für die digitale Bildzeitung, sondern stecke nur Unmengen an Zeit in ein schwarzes Loch.

Ich will eine Pause von Fehlinvestitionen in Firmen, die viel Versprechen und mich nach halb getaner Arbeit sitzen lassen. (Ja, Verträge mit horrenden Strafen hätten das verhindern können… ich werde das für die Zukunft ergänzen 😀 )

Ich will eine Pause davon, mir über Verträge und Rahmenbedingungen den Kopf zu zerbrechen. Bis hin zu der Frage, ob mein Geschäftsmodell durch Artikel 13 nicht sowieso unhaltbar wird.

Ich will eine Pause von der Frage: Wenn es so viel Widerstand in meinem Business gibt, bin ich dann auf dem richtigen Weg? Sollte es nicht leicht gehen, wenn ich meinem Herzen folge? Folge ich denn meinem Herzen? Höre ich mein Herz unter dem ganzen Geschrei in meinem Leben überhaupt?

Ich will eine Pause davon, eine Pause zu brauchen. Wo ist denn meine ganze Energie hin? Kaum springen in meinem CoCreation-Projekt 50% der Leute spontan ab, schon stelle ich die Idee in Frage und bin energielos und platt?

Ich will eine Pause. Denn ich will mit meinen Projekten richtig durchstarten.

Mit Deinem Ziel durchstarten
SergeyNivens

Heul nicht – Was willst Du denn?

Ich will mein Ziel noch klarer formulieren.

Ich will mir mehr Zeit für mich nehmen um auf mein Herz zu hören.

Ich will mit Partnern arbeiten, die mich ebenso unterstützen, wie ich sie.

Ich will Vereinbarungen treffen, die auch eingehalten werden.

Ich will mit voller Energie meinem Traum folgen.

Denn wann bin ich am begeistertsten? Wann bekommt mein Gesicht Farbe und ich sprühe und sprudle auf ein Mal über vor Energie?

Wenn ich Menschen helfen kann. Besonders als Coach. Wenn ich die Schwachstellen ihrer Strategien erkenne, die sie abhalten ihre Ziele zu erreichen. Wenn ich Dir helfen kann, Deine Berufung und Deine Stärken zu erkennen. Denn ich will Dir helfen, Dein Licht zu entzünden.

Puh. Das klingt ja fast, wie die Neujahrsansprache der Kanzlerin…

Dein Licht entzünden?

Nein! Das muss ich gar nicht.

Dein Licht war schon immer da. Du warst schon immer großartig und hast diese Stärken auch schon vor unserem Gespräch. Ich helfe Dir nur, den dicken Vorhang aus Selbstzweifeln zu entfernen und die Luftzufuhr für Dein Leuchtfeuer wieder zu öffnen.

Atme, lebe, strahle!

Wir alle haben eine Vergangenheit, eine Gegenwart und eine Zukunft. Wie lang letztere ist wissen wir zwar nicht, aber gehen wir mal davon aus, ein paar Tage reicht sie mindestens noch. Also noch genug Zeit für Ziele im Leben?

Auf der Suche nach dem glücklich sein.

Ungefähr 20 Jahre lang und da ich nun 47 Jahre alt bin, bedeutet das: fast mein gesamtes Erwachsenenleben, habe ich mich mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigt. Zuerst natürlich mit der Vergangenheit. Es galt jahrelangen sexuellen Missbrauch aufzudecken, das Gefühl nicht gewollt zu sein zu bearbeiten, Glaubensätze aufzulösen, mein „o.k. sein“ zu finden, glücklich zu werden.  Was man eben so macht in der Szene der Persönlichkeitsentwicklung. Trainings, Seminare, Einzelsession. 

Den Sinn im Leben gefunden

Und da ich die Arbeit liebte, habe ich nicht nur meine Vergangenheit damit aufgeräumt, sondern aus ihr meine Zukunft gemacht. Ich machte die Ausbildung zur Trainerin und später zur Therapeutin.  Jetzt half ich anderen und ich war bereit die Welt zu retten. Mein Leben hatte eine Richtung,  ich hatte den Sinn in meinem Leben gefunden und voller Motivation machte ich mich an die Arbeit. Ich hatte so unendlich viel Ziele in meinem Leben. Und damit ich das tun konnte, musste ich natürlich noch besser werden.

Die Motivation ein besserer Mensch zu werden

Ich habe Vision-Boards erstellt, Bücher gelesen, meditiert, hatte Mentoren, hab am meinem Mindset gearbeitet, ich habe vorausschauende Rückblicke geschrieben (oder war es eine rückblickende Vorausschau?) Ich habe meine Fähigkeiten weiterentwickelt, meine Gedanken beobachtet, Beziehungen aufgebaut, Freunde verloren, neue gewonnen. 

Das Ziel im Leben: Menschen unterstützen

Ich habe mir Ziele im Leben gesteckt, die meisten davon nicht erreicht, aber einige schon. Ich habe geackert, andere unterstützt ich habe ganz und gar für die Zukunft gelebt. Für das Ziel im Leben, dass die Menschen wieder lernen zu fühlen. Alle Gefühle. Angst, Trauer, Wut, Freude. Ja, das war nicht ganz leicht in der „Lasst und alle Happy Sein“ Szene, aber es gab (und gibt sie) . Ich habe mit meinem Mann Matthias viele Ehe retten und ich wollte die Scheidungsrate in unserem kleinen Landkreis auf 10% senken.

Der Moment des Aufwachsens

Und dann. Dann bin ich aufgewacht. Ich war nichts anderes als der Esel, der die Karotte vor der Nase hat und ihr hinterhertrottelt. Auch noch eine selbstgewählte Karotte.

Ziele im Leben – Die Geschichte vom Esel und der Karotte
Daniel Fazio

Wir hatten gerade unser Buch veröffentlich. Auch so ein Ziel im Leben, das ich unbedingt erreichen wollte. Und da stand es bei Amazon gelistet und der Verkauf lief weit besser als erwartet. Warn wir glücklich? Ja, für einen kurzen Moment. Aber da gab es ja noch so viel weitere Ziele.

Das Wachstum hatte ein Ende

Da war dieser Workshop, den ich für andere Persönlichkeitsentwicklungsbegeisterte gegeben habe. Den verschiedenen Lebensbereichen (Beruf, Beziehung, Freizeit, Kinder) verschiedene Werte zuordnen und da stand es bei Beziehung. Wachstum. Wie selbstverständlich, ohne nachzudenken, habe ich es hingeschrieben. Denn jahrelang hat man meinem Gehirn eingetrichtert, dass es im Leben darum geht: Zu wachsen.

Ein einfacher Strich ein neues Leben

Und ich dachte: „Was für ein Quatsch eigentlich?“ Wieso soll ich in meiner Beziehung wachsen? Weshalb kann ich mit meinem wundervollen Mann, der mich liebt, verehrt und anbetet, nicht ganz einfach nur glücklich sein und ihn und mich und uns genießen. Und mit einem einfachen Strich, habe ich Wachstum auf dem Zettel gestrichen. Mit radikalen Konsequenzen.

Im Hier und Jetzt gibt es keine Ziele

Seitdem interessiert mich die Vergangenheit nicht mehr und schon gar nicht die Zukunft. Jetzt ist die Epoche dran, die ich mein ganzes Erwachsenenleben völlig vernachlässigt habe: Die Gegenwart. Und in der Gegenwart gibt es keine Ziele. Da gibt es nur das Hier und Jetzt. Nur den Moment.

Den Moment genießen

Jetzt in diesem Moment sitze ich auf unserem riesigen Sofa, das Laptop auf dem Schoß, neben mir sitzt mein Mann, mit seinem Laptop und schreibt seine Dokumentation vom gestrigen Training mit Azubis. Wir hören Wings over Europe. Ich schreibe diesen Text, weil ich meinem Freund Holger versprochen habe, dass ich es mache. [anm.d.R.: und darüber freue ich mich sehr, liebe Dee!] Mehr ist gerade nicht wichtig. Ach doch: Ich bin glücklich und genieße den Moment.

Die Fähigkeit Glückseligkeit zu empfinden

Das ist übrigens das coole an der Gegenwart: Hier findet Glückseligkeit statt. Früher dachte ich, die kommt, wenn ich ein gestecktes Ziel erreicht habe. Aber das war eine Illusion. Wenn ich überhaupt ein Ziel erreicht habe, dann stand das nächste schon auf dem Programm. Schneller, höher, weiter mehr. Je größer das Ziel, je besser das Wachstum.

Ein ungewohntes Leben kennenlernen

Ich gebe zu: Wenn Wachstum und Zielverwirklichung so lange Bestandteil eines Lebens waren, dann ist es am Anfang echt etwas gewöhnungsbedürftig. Zumal es in meinem Fall eine ziemliche Vollbremsung war. Ich stand vor den Trümmern meines Selbst. 20 Jahre war mein Leben auf etwas ausgerichtet und plötzlich war alles anders.

Am Anfang hilft nur atmen

Es fühlte sich an wie ein freier Fall im schwarzen Loch. Es gab nichts mehr zum Festhalten, nichts mehr, an dem ich mich orientieren konnte. Alles, was ich wusste war, dass ich atme. Und so ging ich einfach von einem Atemzug zum nächsten. Schon allein das bringt dich automatisch in die Gegenwart. Denn ganz ehrlich: Im Moment ist atmen eigentlich das einzige, was du brauchst um glücklich zu sein.

Ich liebe mein neues Leben

Aber es hat sich gelohnt das ungewohnte auszuhalten, sich dem Nichts-mehr-tun-müssen hinzugeben, darauf vertrauend, dass das Leben mich führt. Ein radikaler Kontextwechsel von 

„Du bist für alles verantwortlich, was in deinem Leben ist.“

Zu

„Dein Lebensfilm ist bereits fertig abgedreht, also lehn dich zurück, entspann dich und genieße den Film.“

Ich weiß noch nicht mal, welcher Kontext „richtig“ ist, ich kann nur sagen, dass es sich mit dem zweiten weitaus besser lebt. Zumindest wenn das Kontrollmonster, das sich im ersten natürlich wohler fühlt, sich beruhigt hat.

Alles ist gut – auch ohne Ziele im Leben

Natürlich heißt das alles nicht, dass ich jetzt nur noch auf meinem Sofa sitze und nichts tue. Sobald es wieder warm ist, sitze ich auf meiner Hollywoodschaukel.

Spaß beiseite: Ich arbeite auch weiterhin als Trainerin und Therapeutin. Mein Mann und ich retten gemeinsam immer noch die eine oder andere Ehe. Ich lebe. Aber ich habe keine Ziele im Leben mehr. Ich nehme, was sich mir anbietet und das Leben bietet mehr als genug.

Am Anfang war die Absicht

Was ich immer noch habe, jedes Jahr ist eine Absicht. Im Unterschied zu einem Ziel, das ich erreichen muss, für das ich was tun muss, das ich „verfolge“, ist eine Absicht, eine passive Sache. Sie ist nichts anderes als eine Ausrichtung für mein Leben oder eine Einladung, dass etwas in mein Leben kommen darf.

Dieses Jahr lautet sie: Ich genieße mein Leben. 

Und das tu‘ ich. Punkt.  Nicht mehr und nicht weniger.

Es war ein regnerischer Novembertag, als Franz, schon deutlich nach der Abenddämmerung, den Gehsteig entlang ging. Die schicken Business-Schuhe trugen Ihn klaglos über den nassen Asphalt. 

Es war heute etwas später geworden. Wie immer. Das wichtige, alles entscheidende Projekt ließ ihm kaum noch die Luft zum Atmen… Es gab immer ein wichtiges Projekt. Doch dieses war besonders wichtig. Also hatte er den Kurs im Fitness-Studio abgesagt, seiner Frau eine Message geschrieben, dass er nicht zum Abendessen da sein würde und war geblieben.

Seine Füße kannten den Weg. Noch 3 Straßen und er wäre daheim. Endlich ins Bett. Es war Ihm gar nicht aufgefallen, dass seine Schritte ihn schon den halben Weg über die Straße getragen hatten.

Schwarz auf Schwarz

Dem LKW-Fahrer war er auch zunächst nicht aufgefallen. In seinem schicken anthrazitfarbenen Mantel, mit dem dunklen Business-Rucksack und den schicken schwarzen Lederschuhen. 

Lichter im Dunkeln – Bist Du stolz auf Dein Leben?
Will Swann

Dann aber doch. Glücklicherweise.

Wenige Meter vor Franz begann er ohrenbetäubend zu Hupen. Bremsen war aussichtslos. Mit abgefahrenen Reifen auf der nassen Straße. Doch er versuchte es dennoch. Im Lichtkegel des 12,5 Tonnen Lasters stand Franz mitten auf der Straße, wie ein verschrecktes Reh. Konnte keinen Muskel rühren, während das Ungetüm mit quietschenden Reifen auf Ihn zu schlitterte. 

Wie in Zeitlupe sah er das Wasser spritzen, die weit aufgerissenen Augen des Fahrers, den riesigen Schriftzug des LKW-Herstellers auf dem dreckigen Kühlergrill. Den Aufkleber “Bist Du stolz auf Dein Leben”, der auf der Motorhaube prangte.

“Bist Du stolz auf Dein Leben?” Franz fand einen Sekundenbruchteil um sich über die Frage zu wundern.

Dann übernahmen die Reflexe aus 20 Jahren Kampfsport. Von damals, als er dafür noch Zeit hatte. Franz hechtete zur Seite. Gerade noch rechtzeitig entging er dem Monster aus 12,5 Tonnen Stahl und Gummi, als Ihn plötzlich eine Urgewalt erfasste und mit einem Ruck, wie eine Puppe in der Luft herumwirbelte. Er war dem Laster entgangen. Der Rucksack auf seinem Rücken aber nicht.

Neustes IT-Equipment, Lederetuis, aus denen teure Stifte rutschten und jede Menge Papier flogen aus dem aufgeplatzten 299€ Rucksack noch durch die regnerische Luft, während Franz bereits in den gelben Säcken am Straßenrand aufschlug und mit einem hässlichen, knackenden Geräusch liegen blieb. 

Weiß auf Weiß

Als Franz wach wurde, war es hell. Es standen Blumen an seinem Bett. 

Bist Du stolz auf Dein Leben – Im Krankenhaus liegend wird plötzlich vieles klarer.
rawpixel

Seinem Bett?

Er lag in einem fremden Bett in einem weißen Raum, dem ein findiger Berater eine dezente, grüne Linie verordnet hatte, damit das Krankenzimmer etwas weniger steril aussehen würde. Das Krankenhaus wurde Patientenorientiert geführt. Focus on Patient.

Franz konnte seinen Kopf nicht bewegen. Er spürte seinen Körper nicht mehr. Dazu war alles extrem schwammig. 

Er erinnerte sich noch an ein helles Licht. Frieden. Beinahe wäre es alles vorbei gewesen. Doch jetzt war er hier.

Was wäre wenn?

“Bist Du stolz auf Dein Leben?” 

Was war los? Was war passiert?

Wie im Traum flog der Abend des Unfalls an Ihm vorbei. Dann die letzten Wochen, in denen er sich Tag für Tag immer später aus dem Büro geschleppt hatte. Seinen Sohn sah er nur noch beim Frühstück im stehen, bevor Franz eilig zum vorgezogenen Morgenmeeting hastete.

Frühstück mit der Familie – bist Du stolz auf Dein Leben?
Thought Catalog

Er dachte an die unschönen Worte, die er mit seiner Frau gewechselt hatte. 

Wieso eigentlich?

Franz überlegte. Doch der Grund wollte Ihm nicht einfallen.

“Bist Du stolz auf Dein Leben?” hatte sie ihn gefragt.

Klar. Er hatte es geschafft. 3 Beförderungen in 3 Jahren. Er hatte sein Gehalt verdreifacht und in Rekordzeit das Haus abbezahlt. Privatschule für den Kleinen und Urlaub an den exotischsten Stränden. Selbst den Luxusschlitten, von dem er immer geträumt hatte, hatte er nun in der Garage stehen.

Auch wenn er ihn in letzter Zeit immer häufiger stehen ließ und die 2km von der Arbeit nach Hause lief. Es tat Ihm gut.

“Bist Du stolz auf Dein Leben?”

Was sollte die Frage?

Wenn er nicht stolz auf sich wäre, wer dann? 

Nur…

Was wäre, wenn jetzt wirklich etwas schlimmes passiert war. Wenn er jetzt wirklich querschnittsgelähmt sein sollte? 

Der Gedanke war zwar absurd… er stand gewiss nur unter starken Medikamenten.

Aber wenn doch?

Er wollte immer malen… aber dafür hat die Zeit nie gereicht. Außerdem… Malen… was ist das für ein Hobby für einen erfolgreichen Mann?

Er hatte seiner Frau eine Staffelei geschenkt. Doch sie hängte daran inzwischen die Wäsche auf.

Und Der Job? 

Jeder war ersetzbar. Er würde vermutlich vom ehrgeizigen Kollegen aus der Etage tiefer ersetzt werden. Dem würde er den Knochenjob auch gönnen. Würde schon sehen, was er davon hat. Jedenfalls kein Leben mehr.

Doch was blieb? Was hatte er mit seiner Lebenszeit der letzten 43 Jahre angefangen, was für ihn selbst von Bedeutung wäre, wenn er im Rollstuhl säße?

Er hätte vielleicht beim letzten Nachbarschaftsfest nicht absagen sollen… Im Rollstuhl würde er die Hilfe der Nachbarn sicherlich häufiger mal brauchen.

Und seiner Frau mal Blumen mitbringen sollen. Sie hatte ihm immer den Rücken frei gehalten. Sie war eine gute Frau. Nur hatte er es ihr nie gedankt.

Und Fußball spielen mit seinem Kleinen im Garten. Was würde er gerade dafür geben, wenn er gestern das Meeting abgesagt hätte und wie versprochen mit seinem Sohn gespielt hätte.

Auf was bist Du stolz?

Auf was konnte er in seinem Leben noch stolz sein?

Etwas mehr Zeit für die Dinge im Leben zu verwenden, die wirklich von Bedeutung sind… Deiner Bestimmung folgen… Zeit mit Menschen verbringen, Die genau so verrückt im Kopf sind, wie Du selbst… und den ganzen unwichtigen Ballast einfach abstreifen und NEIN sagen und Dir dabei stets bewusst sein, dass Du damit JA zu Deinem Leben sagst.

Es gab so viel zu verändern in Seinem Leben. Doch jetzt galt es erst mal gesund zu werden.

Und dann würde er SEINE Ziele verfolgen… nur anders als bisher.

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